Die Behandlung der Skoliose mittels Osteopathie und der Methode nach Schroth

Der Begriff Skoliose stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie krumm (skolios – krumm).

Definition

Die Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, die nicht mehr vollständig aufgerichtet werden kann. Dabei kommt es auch zu einer Rotationsfehlstellung der Wirbelkörper in den betroffenen Wirbelsäulenabschnitten.

Meistens betrifft die Skoliose die ganze Wirbelsäule und nur gelegentlich einzelne Abschnitte. Sie ist abzugrenzen von einer funktionellen skoliotischen Fehlhaltung, die sich durch physiotherapeutische Maßnahmen meistens gut beheben lassen.

Ursachen

In 80% - 90% der Fälle ist die Ursache unbekannt (sog. Idiopathische Skoliosen). Diese Skoliosen beginnen meist im Kindes- und Jugendalter.

Die restlichen 10% - 20% der Ursachen sind meistens auf Nerven-, Muskel- oder Bindegewebserkrankungen oder Unfälle zurückzuführen (Sekundäre Skoliosen).

 

In meinen weiteren Ausführungen beziehe ich mich nun nur noch auf die Idiopathische Skoliose, die meistens im Kindes- oder Jugendalter auftritt. Wie bereits erwähnt ist die Ursache unbekannt. Sie tritt in Zeiten vermehrten Körperwachstums auf und verschlechtert sich meistens im Jugendalter, wobei die Verschlechterung der Krümmungen individuell sehr unterschiedlich sein kann. Von sehr wenig bis sehr stark.

Die Idiopathische Skoliose tritt ca. viermal mehr bei Mädchen als bei Jungs auf.

Da die Skoliose zumeist keine Beschwerden macht, kann sie lange unentdeckt bleiben und ist oft eine zufällige Entdeckung der Eltern oder anderer Außenstehender. Es kommt auch immer wieder vor, dass Skoliosen erst entdeckt werden, wenn sie schon sehr voran geschritten sind und dann schon Krümmungswinkel von 40 Grad und mehr erreicht sind.

Die Skoliose lässt sich vom Fachmann recht gut diagnostizieren. Es wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, bei der die Betroffenen den Oberkörper und die Beine entkleiden müssen. Die Statik des Patienten wird durch Betrachten des Oberkörpers und der Beine von hinten, von der Seite und von vorn geprüft. Beim so genannten „Vorneigetest“ wird der Rücken auf eventuelle Rotationsfehlstellungen hin überprüft. Eine Skoliose führt immer mehr oder weniger zu einer Rotationsfehlstellung der Wirbel, die zu einem Rippenbuckel und/oder einem Lendenwulst führen können. Gegebenenfalls wird die Wirbelsäule geröntgt. Auf dem Röntgenbild lässt sich ist die Skoliose einwandfrei feststellen und es kann die Winkelbestimmung nach Cobb (nach dem amerikanischen Orthopäden Cobb) erfolgen.

Therapie

Es steht vor allem die krankengymnastische Therapie im Vordergrund. Mir ist dabei die Therapiemethode nach Schroth sehr wichtig. Zusätzlich ziehe ich als Heilpraktiker und Osteopath osteopathische Gesichtspunkte hinzu und behandle die Skoliose auch mittels Osteopathie.

Die Methode nach Schroth ist nach Ihrer Begründerin Katharina Schroth (22.2.1894 – 19.2.1985) benannt. Sie litt selbst in Ihrer Jugend an einer Skoliose und musste ein Korsett tragen. Ihre Methode, die sie immer weiter entwickelte, wurde schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Viele Menschen aus dem In- und Ausland kamen zu ihr. 1969 erhielt Frau Schroth für Ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz.

 

Wichtig ist ein individuelles Heimprogramm, das täglich geübt werden sollte. Zusätzlich sollten die Patienten 1 -3 Mal pro Woche, je nach Schweregrad der Skoliose, zur ambulanten Physiotherapie gehen. Gut geübte Patienten können auch mit der ambulanten Therapie immer wieder pausieren, doch sollte das Heimprogramm täglich geübt werden. Zusätzlich zur Schroththerapie werden auch Haltungsschulungen und andere Therapiemaßnahmen wie z.B. Manuelle Therapie oder Massagen durchgeführt.

Ab einem Cobb-Winkel von 20 – 25 Grad (je nach Ermessen des behandelnden Arztes) muss zusätzlich eine Versorgung mit einem Korsett erfolgen. Das Korsett wird durchgehend getragen und darf nur zur Körperhygiene und zu sportlichen Aktivitäten ausgezogen werden. Das Thema „sportliche Aktivität“ muss individuell besprochen werden, ist aber meistens unter Berücksichtigung einiger weniger Auflagen erlaubt.

Das Korsett wird nach Abschluss des Wachstums wieder abtrainiert. Sehr starke Skoliosen müssen operativ versorgt werden, dabei wird die Wirbelsäule u.a. versteift.

 

Bei früh erkannten Skoliosen bestehen gute Heilungschancen. Bei schon fortgeschrittenen Skoliosen lassen sich meistens die Krümmungswinkel verbessern. Da bei stärkeren Skoliosen auch schon strukturelle Veränderungen an den Wirbeln (Wirbelverformungen) statt gefunden haben, ist eine Heilung meistens nicht mehr möglich. Es kommt sehr auf die Mitarbeit des Patienten an.

Es besteht auch die Möglichkeit einer zusätzlichen stationären Behandlung in einer Fachklinik.