Gleitwirbel bzw. Wirbelgleiten mit Maßnahmen der Osteopathie behandeln

Ein Gleitwirbel ist eine Instabilität eines Wirbels, bei der es im Bereich des Wirbelbogens zu einer Spaltbildung kommt. Dabei gleitet auf Dauer der vordere Anteil des Wirbels nach vorn. Die darüber liegenden Anteile der Wirbelsäule gleiten mit vorwärts. Das Wirbelgleiten wird auch Spondylolisthesis genannt.

Die Ursache für eine Spondylolisthesis ist eine angeborene Schwäche oder Gefügestörung im Bereich des Wirbelbogens eines Lendenwirbels, zumeist des vierten oder fünften Lendenwirbels. Durch stärkere körperliche Belastungen ausgelöst, kommt es zur Spaltbildung und zum mehr oder weniger starken Abgleiten des betroffenen Wirbels. Je nach Stärke des Wirbelgleitens können Nerven, Bandscheiben und Wirbelgelenke beeinträchtigt und geschädigt werden. Dies kann zu Schmerzen führen. Auch können im fortgeschrittenen Stadium Lähmungen auftreten.

 

Therapie

Neben einer Behandlung mit Physiotherapie und schmerzlindernden Massagen, ist auch eine osteopathische Behandlung, durch einen Osteopathen ausgeführt, sinnvoll.
Mittels sanfter osteopathischer Techniken kann direkt auf den nach vorn abgeglittenen Wirbel eingegangen werden. Dabei wird über das Einwirken auf das Becken ein Schub nach rückwärts auf den Gleitwirbel ausgelöst. Die Betroffenen erhalten zusätzlich ein Heimprogramm, welches regelmäßig durchgeführt werden muss. Gezielte Übungen werden dabei erlernt, die ein Rückwärtsgleiten des betroffenen Wirbels bewirken.

 

Meiner persönlichen Meinung nach sollte ein Rückenmuskeltraining zur Stabilisierung des Gleitwirbels nicht zu intensiv und nur unter gleichzeitiger Anspannung der Bauchmuskeln und einer rückwärts gerichteten Beckenkippung erfolgen. Ein isoliertes Anspannen der Rückenmuskeln bewirkt ein weiteres Abgleiten des betroffenen Wirbels nach vorn, da sich durch Anspannen der Rückenmuskeln die Wirbelsäule nach vorn verbiegt und den Gleitwirbel weiter nach vorn schiebt.

Auch ein Stabilisieren und Festhalten des Gleitwirbels durch festhaltende Muskelkraft ist meiner Meinung nach nur bedingt möglich, da an dem vorderen, nach vorn abgleitenden Wirbel, keine Muskeln ansetzen, die den Wirbel durch direkt einwirkende Muskelkraft festhalten könnten.
Ein alleiniges Kräftigen und Auftrainieren von Rumpfmuskeln zur Wirbelstabilisierung macht deshalb nur bedingt Sinn.

Von daher ist es mir wichtig Maßnahmen durchzuführen, die den nach vorn verschobenen Wirbel nach hinten schieben.